Das Anti-Aggressivitäts-Training (AAT®) ist eine besondere Form des sozialen Trainings, das für maximal acht Jugendliche im Alter von 15 - 20 Jahren ausgelegt ist. Die Teilnehmer sind mehrfach durch Aggressionsdelikte strafrechtlich in Erscheinung getreten oder zeigen, belegt durch die Erfahrungen betreuender Institutionen wie z. B. Schule und Jugendamt, massive Entwicklungsauffälligkeiten in diesem Bereich. Das AAT® richtet sich in erster Linie an Jugendliche und junge Heranwachsende, die sich durch Kleinigkeiten provozieren lassen, um dann hemmungslos zuzuschlagen, die zudem selber provozieren, Spaß an der Ausübung von Gewalt haben, kaum Mitgefühl mit Opfern kennen und dazu neigen, ihr Verhalten als angemessene Form der Auseinandersetzung zu legitimieren.
Das AAT® ist nicht geeignet für Sexualstraftäter und psychisch erkrankte Jugendliche. Es besitzt keine therapeutische Ausrichtung.
Ziel des AAT® ist es, die gesunkene Hemmschwelle zur Ausübung von Gewalt wieder anzuheben und damit weiteren Gewaltdelikten vorzubeugen.
Unter dem Motto "Reden statt Schlagen" sollen die Teilnehmer zudem ihren Umgang mit Sprache verbessern und sich die verlorene Selbstbeherrschung wieder aneignen. Ein zentrales Ziel ist die Entwicklung von Einfühlungsvermögen für das Opfer.
Zuständige Institutionen sind die Jugendämter innerhalb des Kreises Soest sowie die entsprechenden Bewährungshilfen. Ohne Absprache mit diesen Behörden ist es der Justiz nicht möglich, einen Jugendlichen oder Heranwachsenden zur Teilnahme am AAT® zu verpflichten. Ein Vertreter der durchführenden Institution ist so früh wie möglich über eine eventuelle Meldung zu informieren. Nur so kann zumindest ansatzweise die Bildung einer homogenen Gruppe hinsichtlich Alter, Geschlecht und Aggressionsausprägung sichergestellt werden.
Das AAT® wird von einem Dipl. Pädagogen und einer Dipl. Sozialpädagogin der INI e.V., Lippstadt, sowie einer Dipl. Sozialarbeiterin des Kreises Soest durchgeführt.
Das gesamte Leitungsteam kann auf mehrjährige Berufserfahrung in den jeweiligen Arbeitsfeldern zurückblicken und besitzt außerdem z.T. mehrjährige Erfahrungen im Umgang mit aggressiven oder gewaltbereiten Jugendlichen und Heranwachsenden.
Die Fachkräfte haben die zweijährige Zusatzausbildung zum Anti-Aggressivitäts-Trainer® absolviert und sind vom Frankfurter Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS) lizensiert.
Das AAT® wird vom Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS), Frankfurt am Main, wissenschaftlich begleitet und ausgewertet.
Das Training umfasst ein Vor- und Nachtreffen, ein erlebnispädagogisches Wochenende sowie vier bis sechs Samstage (je nach Teilnehmerzahl). Das gesamte Training erstreckt sich über drei bis vier Monate und wird jeweils im Frühjahr und Herbst eines jeden Jahres angeboten.
Als Veranstaltungsorte werden verschiedene Jugendzentren im östlichen Kreisgebiet ausgewählt, um den örtlichen Bezug zu den Teilnehmern zu wahren und ihnen alternative Möglichkeiten der Freizeitgestaltung zu eröffnen.
Weitere Informationen auch auf der Website des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen: www.kfn.de sowie unter: www.prof-jens-weidner.de.




